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Studiendauer

Der Master in "Transformationsstudien: Öffentliche Theologie & Soziale Arbeit" ist ein berufsbegleitender Studiengang und hat eine Regelstudienzeit von fünf Semestern. Der Studiengang ist modularisiert und umfasst 90 CP.

Struktur: Praxisnah und Projektorientiert

Zum Master gehört die praktische Arbeit und Forschung im konkreten Kontext im sozialen und kirchlichen Sektor. Durch die Planung, Durchführung, permanente Reflexion und wissenschaftliche Evaluation eines Praxisprojektes während des Studiums findet ein permanenter Theorie-Praxis-Dialog statt. Auf dem Weg der Entwicklung eines eigenen transformatorischen Projektes werden die Studierenden durch Unterrichtseinheiten und Praxismentorinnen bzw. Praxismentoren begleitet, unterstützt und gefördert. Dieser Prozess ist in zwei Phasen untergliedert:

  • Modul P1: Projektmanagement und Praxisprojekt Teil I: Methoden und Planung
  • Modul P2: Projektmanagement und Praxisprojekt Teil II: Durchführung und Evaluation
  • Masterarbeit: Evtl. Wissenschaftliche Evaluation des Projektes

Die Bandbreite der Projekte reicht von Sozialer Innovation in der Sozialen Arbeit über Change-Management-Projekte in der Gemeinde bis zu Gemeindegründungsarbeit.

Der Studienverlauf im Überblick

Übersicht über den Studienverlauf. Zum Vergrößern bitte klicken.
studienverlauf

Das Studium ist nach einem interaktiven Blended-Learning-Konzept aufgebaut und kombiniert kurze, intensive Präsenzphasen der Lehre mit längerem onlinebasierten, interaktiven Selbststudium. Die Präsensphasen wechseln arbeitnehmerfreundlich zwischen fünftägigen Modulen von Montag bis Freitag und viertägigen Modulen von Mittwoch bis Samstag ab und sind so besonders gut für ein berufsbegleitendes Studium geeignet.

Die Studienstruktur ist in untenstehender Tabelle ersichtlich. Zur Gewährleistung des permanenten und intensiven Theorie-Praxis-Dialogs und der Praxis- und Projektorientierung des Studiums verlaufen parallel zu den 8 Fachmodulen zwei Projektmodule. Zu jedem Fachmodul findet eine Präsenzzeit statt, in diese ist die Präsenzzeit der Projektmodule integriert. Im fünften Semester wird die Masterarbeit verfasst.

Inhaltlicher Überblick über die Module

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Modul 1: Einführung in die interdisziplinären Transformationsstudien

Das Modul führt in das interdisziplinäre und interprofessionelle Profil des Studiengangs ein. Entlang des Schlüsselkonzepts der Transformation werden zentrale Begrifflichkeiten, Methoden und Theorien aus den beteiligten Disziplinen erarbeitet, ineinander übersetzt und deren jeweiliges Verhältnis bestimmt. Zudem werden die eigene Religiosität sowie fachliche Überzeugungen reflektiert und in Dialog mit den Inhalten des Moduls gebracht.

  • Einführung in Theologie als Handlungswissenschaft und Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession (Auftrag und Ziel – Gemeinsamkeiten und Differenzen)
  • Schlüsselkonzept Transformation: Der Zusammenhang von Öffentliche Theologie und Sozialer Arbeit (von Zielen und Ethik der Sozialen Arbeit über eine Theologie der Transformation bis zu Bewegungen wie Fresh X, etc.)
  • Gegenwärtige und historische Transformationsprozesse
  • Reflexion von Welt- und Selbstbild/ Biografie und Epistemologie, Anthropologie und Hermeneutik
  • Auffrischung von Propädeutik & Verhältnis von Wissenschaftstheorie, Methodologie und Methodik
Modul 2: Professionelles Handeln und Kommunikation des Evangeliums

Die Studierenden sollen sich mit ihrer Biografie und Persönlichkeit sowie mit bestehenden Professionalitätsbildern und -mustern auseinandersetzen, diese in Verbindung zueinander bringen um eine professionelle berufliche Identität zu entwickeln. Zudem soll der theologische Leitbegriff der „Kommunikation des Evangeliums“ in seiner biblisch-theologischen, seiner geschichtlichen und seiner kontextuellen Bedeutung reflektiert werden.

  • Reflexion von Welt- und Selbstbild (Epistemologie, Anthropologie und Hermeneutik)
  • Professionalität und professionelles Handeln
  • Systemisches Denken und Kommunikative Theologie
  • Ziel und Motiv der Kommunikation des Evangeliums im Kontext einer „Reich-Gottes-Theologie“
  • Kommunikation des Evangeliums als Innovation und Partizipation in neuen Formaten ekklesiologischer Arbeit (mixed economy)
  • eine kommunikations- sowie praxistheoretische Sicht auf die Kommunikation des Evangeliums
Modul 3: Sozialraumorientierung und kontextuelle Theologie

Das Modul schlägt einen Bogen von der Sozialraumorientierung über die Kontextanalyse hin zu einer kontextuellen Theologie für und mit den Menschen des Ortes, um transformatorische Prozesse zu verstehen und im Kontext des Gemeinwesens mitzugestalten.

  • Geschichte und Konzepte von Gemeinwesenarbeit, Community Development, Community Organizing, sozialraumorientierter Sozialer Arbeit und Gemeinwesendiakonie/ Wichern 3
  • Kulturhermeneutik und Kulturananalyse: Milieus und Lebenswelten anhand von milieu-, kultur- und religionssensible Arbeit
  • kontextuelle Theologie (am Bsp. Verhältnis von Kultur & Evangelium) am Bsp. von verschiedenen kontextuelle Ansätze
  • Einführung in die Potential, Kontext- und Sozialraumanalyse (Methoden der Handlungs- und der Aktionsforschung)
  • Gestaltung von Partizipation, Selbstorganisation, aktiver Teilhabe und Vernetzung im Gemeinwesen
Modul 4: Soziale Innovation und Change-Management

In diesem Modul erwerben die Studierenden Kompetenzen zur Gestaltung und Steuerung des Sozialen. Dazu ist es sowohl nötig mittels ‚Change Management' bestehende Strukturen und Kulturen zu verändern als auch „Soziale Innovation“ initiieren, strukturieren und begleiten zu können.

  • nachhaltige Veränderungsprozesse gestalten: Bildungs-, Lern- und Umlernprozesse anregen und gestalten bei Einzelnen, Gruppen und Institutionen
  • Konzepte und Methoden Sozialer Innovation, Change Management: nachhaltige Veränderung im Umfeld von Gemeinde, sozial-pädagogischen Institutionen und Gemeinwesen
  • Pionieering und Entrepreneurship
  • Theologie der Veränderung (‚ecclesia semper reformanda´)
  • Leitungs- und Gründungsarbeit  in sozialen und kirchlichen Transformationsprozessen
  • Mission-shaped-church: Von der missio Dei zu Sozialer Innovation in Kirche (Erprobungsräume, FreshX, Gemeindegründung)
Modul 5: Öffentliche Theologie und Sozialethik

Dieses Modul führt in die Öffentliche Theologie im Kontext der aktuellen gesellschaftlichen Veränderungen ein. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf sozialethisch relevante Themen und Fragen im Kontext des Gemeinwesens gelegt. Diese werden aus biblisch-theologischer Perspektive und vor dem Hintergrund zentraler christlich-ethischer Werte wie Personalität, Frieden, Gerechtigkeit und Verantwortung erörtert. Gemeinsam wird geforscht, diskutiert und gefragt, wie die gewonnen Ergebnisse in die öffentliche Debattenkultur eingebracht werden können.

  • Soziologische Analyse sozialer Strukturen und Dynamiken und theologische Deutungen und Reaktionsmöglichkeiten auf diese
  • Public Theology im Kontext von Transformationsprozessen
  • Theorien der Öffentlichkeit und öffentlicher Interventionen
  • Verhältnis von soziologischer Erkenntnis und Theologie am Beispiel von Macht und Mächten
  • Reich-Gottes-Ethik
  • Gesellschaftskritik und der prophetische Auftrag der Kirche
  • Sozialethische Kompetenz und öffentliche Debattenkultur: Wie politisch darf/muss Kirche sein?
  • Grundverortungen und-bezüge theologisch-ethischer Lebensdeutungen
Modul 6: Leadership und Organisationsentwicklung

Die Studierenden setzen sich mit zentralen Modellen organisatorischen und ökonomischen Denkens auseinander und machen sich damit vertraut, dass wirtschaftliche Überlegungen zwar eine gewichtige, jedoch nur eine Teillogik von Organisationen und Netzwerken sind. Eine besondere Rolle für die Selbstwahrnehmung sowie für die Wahrnehmung der Aufgaben und anderer Beteiligten spielt dabei die christliche Anthropologie.

  • Organisationswerdung und Organisationsentwicklung
  • Kooperationen im Netzwerk
  • Spirituelles Gemeindemanagement/Leitung
  • Theologie des Gemeindeaufbaus/Pioniering
  • Kooperationsmanagement im Kontext unterschiedlicher Handlungslogiken
  • Leadership
  • Techniken dialogischen Führens
  • Interventions- und Steuerungstheorien
  • Einführung ins ökonomische Denken
  • Kontextanalyse und Stakeholderanalyse
Modul 7: Empirische Sozialforschung und Empirische Theologie

Dieses Modul führt in das interdisziplinäre, empirische Forschen ein und erprobt dieses mit einer eigenständigen Forschungsarbeit. Betrachtet werden dazu verschiedene Konzepte und Methoden des interdisziplinären Forschens (aus Theologie, Soziologie und Sozialer Arbeit), eingeübt wird komplexes wissenschaftliches Problemlösen mit Hilfe unterschiedliche Methoden (qualitative Interviews, schriftliche Befragung, Feldforschung) und spezifische Arbeitstechniken (Einführung in die Software maxqda). Praktische Übungen und Workshops unterstützen die verschiedenen Arbeitsziele.

  • Einführung das interdisziplinäre und empirische Forschen anhand verschiedener Mixed Methods Ansätze   
  • Einführung in das Verhältnis von Wissenschaftstheorie, Methodologie und Methodik in der qualitativen und quantitativen Grundlogik
  • Qualitative und quantitative Methoden der Datenerhebung
  • Qualitative und quantiative Methoden der Datenanalyse
  • Interpretation empirischen Daten und ihre gesellschaftliche und theologische Anwendung, Einordnung und Deutung
  • Forschungsethik, inkl. Datenschutz etc.
Modul 8: Digitaler Wandel in Kultur und Religion

Dieses Modul beschäftigt sich mit der Analyse der umfassenden Transformationsprozesse der Digitalisierung sowie deren Auswirkung auf Kirche, Gemeinde und sozialarbeiterische Praxis und fragt nach den neuen Möglichkeiten genauso wie nach neuen ethischen Konflikten. Dabei geht es zum einen um die Frage wie die Digitalisierung Theologie, Kirche und Glaube verändert und zum anderen um Reflexion von digitalen Handlungs- und Kommunikationsstrategien.

  • Medialisierung und ihre Auswirkungen auf Demokratie und Zivilgesellschaft
  • Milieuorientierte und interkulturelle (Medien)pädagogik
  • Öffentliche Kommunikation und öffentliches Auftreten
  • Nutzungsmuster und -theorien; Medienbiographien verstehen
  • Mediendesign - Was tun mit als auch in Medien am Beispiel moderne Verkündigungsformen
  • Medienkompetenz und Globalisierung  
  • Digitale Kirche verstehen
Modul P1: Projektmanagement und Praxisprojekt Teil I: Methoden und Planung

Zur Gewährleistung des permanenten und intensiven Theorie-Praxis-Dialogs und der Projektorientierung des Studiums werden die Studierenden in diesem Modul dazu befähigt, ein eigenständiges Praxisprojekt zu entwickeln und zu initiieren. Dazu erwerben sie die nötigen Grundlagen und Orientierungen sowie vor allem relevante Tools und Methoden. Dabei wird einerseits auf Wissen und Methoden des Projektmanagement zurückgegriffen, andererseits aber ein Schwerpunkt auf Ansätze gelegt, die die Eigenlogik des Sozialen und die darin enthaltenen Momente von Nicht-Planbarkeit und Ungewissheit angemessen berücksichtigen.

  • Einführung Projektmanagement
  • Dokumentation: Portfolioarbeit
  • Projektanalysemethoden (SWOT; Stakeholderanalyse, Logframe, etc.) und Projektplanung
  • Entwicklung eines Praxisprojekts, inkl. Projektplanung und Präsentation (Poster)
  • Teammanagement
  • Netzwerkmanagement und Netzwerkstrukturen in sozialräumlichen Kontexten
  • Fundraising & Einführung ins Monitoring
  • Effectuation
Modul P2: Projektmanagement und Praxisprojekt Teil II: Durchführung und Evaluation

Dieses Modul baut auf P1 und den mit dem Praxisprojekt erworbenen Kompetenzen, Wissensbeständen, Erfahrungen und Fragen auf. Die Durchführung des Praxisprojekts wird reflexiv begleitet und die Studierenden lernen diesen Prozess kritisch und mittels wissenschaftlicher Methoden zu evaluieren. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Frage nach der Nachhaltigkeit der mittels des Projektes initiierten Transformationen und Innovationen.

  • Beratung zur und Reflexion der eigenen Projektarbeit
  • Konfliktmanagement und Konflikttransformation
  • Kollegiale Beratung & Intervision
  • Projektmonitoring
  • nachhaltige Projektarbeit
  • Qualitative und Quantitative Methoden der Projektevaluation
Modul Masterarbeit

Durch das Anfertigen einer Masterarbeit entsteht ein eigener Forschungsbeitrag. Die Studierenden entwickeln und bearbeiten eine zu den Studienschwerpunkten passende Fragestellung und wenden dazu die erworbenen theoretischen und methodischen Kompetenzen und Fertigkeiten auf Masterniveau an.

Abschluss

Der Abschluss "Master of Arts in Transformationsstudien: Öffentliche Theologie & Soziale Arbeit (M.A.)" ist den Masterabschlüssen von Universitäten formal gleichgestellt und berechtigt grundsätzlich zur Promotion. Näheres dazu regeln die Promotionsordnungen der jeweiligen Universitäten. Die Akkreditierung des Studiengangs ist beantragt.

Mit dem Master-Abschluss kann nicht die "Staatliche Anerkennung als Sozialarbeiter/-in / Sozialpädagog/-in" erworben werden. Dafür qualifiziert der B.A. Soziale Arbeit.

Studiengebühren

Die Studiengebühren betragen pro Monat 325 € (Stand: Wintersemester 2018/19). Diese werden – unabhängig von der tatsächlichen Studiendauer – für fünf Semester gezahlt (bei Studienabbruch, bis Semesterende). Eine Verlängerung des Studiums über die Regelstudienzeit hinaus führt daher zu keinen zusätzlichen Kosten. In den Studiengebühren sind alle Kosten, die von der Hochschule erhoben werden, enthalten.

Für die Präsenzzeiten können bei Bedarf die für Studierende der CVJM-Hochschule vergünstigten Übernachtungs- und Essenspreise des CVJM-Tagungshauses auf dem Campus in Anspruch genommen werden.

Die CVJM-Hochschule ist eine in Deutschland akkreditierte Hochschule. Der Master Transformationsstudien befindet sich gerade in der Akkreditierung.